Das Bunte Leben

Die Arbeit brennt – aber wer gibt Dir hitzefrei?

Bei der Arbeit: wer gibt Dir hitzefrei? Text vor Photo von Glas mit Himbeerwasser in der prallen Sonne. ©Johanna Ringe 2019 . www.dein-buntes-leben.de
Das Dumme am Erwachsensein ist, dass man für sich selbst und sein Handeln allein verantwortlich ist.
Das Gute am Erwachsensein ist, dass man für sich selbst und sein Handeln allein verantwortlich ist.

Ich gebe mir heute Nachmittag hitzefrei. Ich erlaube mir als Selbständige einen freien Tag von der Arbeit. Verantwortungsvoll schreibe ich wenigstens mein Blog, und plane bereits nachzuarbeiten was heute liegen bleibt. Wenn ich eine Klimaanlage hätte, oder ein Kellerbüro, dann würde ich diesen Tag (und den morgigen) sicher anders verbringen. Aber sich auch bei der Arbeit den Gegebenheiten entsprechend so zu verhalten, dass es Dir nicht schadet, sondern langfristig sinnvoll ist, das ist doch erwachsen, oder?

Selbstfürsorge ist erwachsen – denn Du bist für Dich und Dein Handeln selbst verantwortlich.

Dazu gehört Deine körperliche Unversehrtheit genauso wie Dein Seelenfrieden und Deine Verantwortung der Gesellschaft und Deiner Nächsten gegenüber. Oder etwa nicht? Deshalb funktionieren solche Berufe, in denen man projektbezogen mal recht wenig Arbeit hat, dann wieder an sechs bis sieben Tagen in der Woche lange Schichten einlegen muss. Weil da Erwachsene sich dessen bewusst sind, was gerade passiert. Weil sie ihren Job gut machen wollen, das Projekt so gut machen wollen, wie es nur irgend möglich ist – und dabei bereit sind, ihre Energie verhältnismäßig einzusetzen.

Verhältnismäßig heißt hier: bei wenig Arbeitspensum, wenig tun, bei viel Arbeitspensum, viel tun. ;-)

Natürlich sind langgezogene Phasen mit zu viel Arbeit ungesund! Und natürlich wird der Arbeitgeber (so vorhanden) von Gesetzen daran gehindert, seine Angestellten auszubeuten, indem sie gezwungenermaßen dauerhaft zu viel arbeiten. Aber, das ist die Realität: richtig gute Ergebnisse liefern nur die Teams, die sich für ihre Projekte so verantwortlich fühlen, dass sie auch mal eine anstrengende Crunch-Phase einlegen. Auch ohne, dass die Chefin das einfordert. Weil sie für das Projekt brennen. Im Idealfall ist Deine Arbeit etwas, das Dir auch Kraft gibt, nicht nur nimmt.

Wer für das Projekt brennt, der verheizt sich nicht so schnell.

Dein Stolz auf Deine Arbeit gibt Dir Kraft. Der Umgang mit genauso motivierten Kollegen gibt Dir Kraft. Die guten Kritiken geben Dir Kraft. Das Überflügeln der Zweifel, der Konkurrenz, der eigenen Grenzen… Die strahlenden Gesichter… all das kann einen gewaltigen Kraftakt zum Ende eines Projektes ausgleichen.

Immer gesetzt den Fall, Du bist Dir Deiner Grenzen bewusst, und nimmst Dir die Zeit, die Du zur Regeneration dringend brauchst!

Und tust Dir gut, indem Du Deine Batterien wann immer möglich auflädst, auch während der Arbeit: Mittagessen im Sitzen, Pause an der frischen Luft, tiefes Atmen, genug Wasser trinken, wenig Schadstoffe in welcher Form auch immer, und genug Bewegung. Musik, Dein Lieblingsbild, Dein Lieblingsduft, ein kurzes Telefonat mit dem Lieblingsmenschen, phantasievolles Schimpfen, ein Eis, eine Pop-Up-Erinnerung für Dehnübungen oder Wassertrinken, ein Scherz und lautes Gelächter…

…was immer Dich stärkt, tu es! Und dann gib Dein Bestes, ohne Dein Leben zu geben.

Gib nicht alles, sondern alles, was Du geben kannst. Wenn das bedeutet, dass Du bei großer Hitze mal einen Tag Pause am See machen musst – tu es. Du wirst in den Tagen danach umso leistungsfähiger sein. Und wenn Chefetage und Kollegen das nicht verstehen, dann sollten sie sich über das Thema „Burnout und wie er vermieden werden kann“ dringend informieren. Gerade in Berufen, die vom geregelten Leben eines Beamten so weit weg sind, ist die Eigenverantwortung aller Beteiligten die Voraussetzung für sinnvolles Arbeiten. Sinnvoll nicht nur für die Konten der Firma, sondern für die monetären und auch energetischen Konten aller Mitarbeitenden. Schafft schön, und achtet Eure Bedürfnisse – dann dürfte dem Erfolg nicht viel im Wege stehen!

Und gleich esse ich ein Himbeersorbet – denn Ingwer-Sorbet habe ich keines gefunden.

Herzlichst, wo immer du gerade schwitzt,

Unterschrift Johanna (c) Johanna Ringe 2014 ff. www.dein-buntes-leben.de

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2 Kommentare zu “Die Arbeit brennt – aber wer gibt Dir hitzefrei?

  1. Friederike

    Guten Abend, liebe Johanna!
    Selbstfürsorge war das Wort, das mir heute so passend kam!
    Ich war schon am Thema dran – mit dem üblichen, leicht schlechten Gewissen – dein Text half mir, das abzulegen…
    Sei wie immer herzlich bedankt für deine Gedanken und die zeitgenau passenden Anregungen!
    Auf meinem Breitengrad passte gerade heiße Honig-Zitrone am besten! Herzlich, Friederike

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