Achtsamkeit Das Bunte Leben

Eine hilfreiche Reinigung – jetzt wichtiger denn je

Auch wenn das Wetter noch alles andere als frühlingshaft ist, liegt im Januar doch immer Neuanfang in der Luft. Und ein guter Neuanfang ist in der Regel nur möglich, wenn Du das Alte hinter Dir lässt. Vieles von dem, was 2020 zu einem außergewöhnlich schwierigen Jahr gemacht hat, begleitet uns immer noch, teils sogar intensiver – eine innere und äußere Reinigung tut daher auf jeden Fall gut. Was meine ich mit innerer und äußerer Reinigung? Nun, später im Jahr, wenn es nicht mehr so kalt ist, können Entschlackungs- oder Fastenkuren hilfreich sein, genau wie der berühmte Frühjahrsputz.

Aber jetzt, zu Jahresbeginn, praktiziere ich eine andere Form der Reinigung.

Vor ein paar Tagen habe ich alle Fenster im Haus geöffnet und bin mit einem Räucherbündel aus Salbei in der einen und einem Federfächer in der anderen Hand durch jeden einzelnen Raum des Hauses gegangen, auch durch die Abstellkammer. Dabei habe ich, wie sich das für eine anständige Hexe gehört, Beschwörungen vor mich hingemurmelt. Nichts Aufregendes, nur das übliche: „Alles Nervige, alle Angst, alle Streitereien und alles was wir nicht mehr brauchen, raus!“ In verschiedenen Variationen. Im Laufe der Zeit hat sich das zu einem einzelnen Satz gebündelt: „Alles raus, was nicht Liebe ist!“  Unterstrichen wurde das immer mit deutlichen Gesten.

Du wunderst Dich vielleicht, dass ein nachgewiesen hochintelligenter Mensch sich solch altmodischer Praktiken bedient.

(Dazu kannst Du hier einiges nachlesen: Geliebte Küchenmagie.) Um es kurz zu machen: es ist mir egal, ob die spürbare Erleichterung und den besseren Schlaf nach einer solchen Reinigung von Haus und Hof daran liegt, dass ich psychisch bewusst Altes losgelassen und Abstand gesucht habe, oder daran, dass die magische Handlung ungesunde und verbrauchte Energien aus dem Haus befördert hat. Man könnte dieses magische Ritual als Placebo betrachten, und den Satz zitieren: wer heilt hat recht. Ich persönlich bevorzuge immer die schönen Kräfte, den Feenstaub, die Farben und Düfte. Wenn mein Sinn für Ästhetik nicht beteiligt ist, macht es keinen Spaß.

Die Psychologie bestätigt, dass Veränderungen der Lebensgewohnheiten sich nicht herbeidenken lassen, sondern dann verankern, wenn wir unseren Körper, unsere Sinne beteiligen.

In Terry Pratchetts Scheibenweltromanen praktizieren die Hexen deutlich mehr Psychologie als Magie, immer mit durchschlagendem Effekt. (Wer gerne etwas über uns Menschen lernt, dem seien die Bücher sehr ans Herz gelegt. Pratchett war ein Menschenkenner und ein brillanter Beobachter, man sollte sich nicht vom vermeintlich kindlichen Fantasy-Setting ablenken lassen.) Haltgebende Rituale wie Gebete oder Gottesdienste (egal welcher Religion) sind stets geprägt von Worten und rituellen Handlungen. Ob wöchentlich wiederholt, oder als Zeremonie zu besonderen Lebensstationen wie Geburt, Heirat, Beerdigung – wir Menschen lieben Rituale! Sie geben uns Sicherheit und inneren Frieden in einer unberechenbaren Welt.

Jeder Wiederholung wohnt Magie inne und alles was ich mit bewusster Absicht tue verankert sich stärker in meinem Bewusstsein.

Daher halte ich es für eine gesunde Gewohnheit, nach einer langen Krankheit, einer heftigen Veränderung, einem großen Streit oder eben zum Jahresbeginn das Haus (und damit auch den Kopf) magisch zu reinigen. Im Idealfall kommen so viele Sinne wie möglich zum Einsatz:

  • Hören: in allen Ecken laut klatschen oder trommeln lockert die unsichtbaren Energiereste. Handtrommeln, Klangschalen oder Zimbeln sind wunderbar für einen ersten Gang durch alle Räume. Unter Umständen hilft auch laute Musik, die das ganze Haus zum Dröhnen bringt. Oder eine Ratsche.
  • Riechen: ich mag den Geruch von Salbei, aber auch anderes Räucherwerk macht die Veränderung spürbar. Die ätherischen Öle von Salbei und etliche andere wirken auch noch desinfizierend, und zu sehen, wie die Glut sich anfachen lässt, und das Räucherwerk unaufhaltsam verzehrt, versinnbildlicht die angestrebte energetische Reinigung auf das Allerschönste!
  • Schmecken: das finde ich am schwierigsten, muss aber ehrlich zugeben, dass ich den Salbei nach einer Weile auch schmecken kann, wenn ich damit in der Hand durch ein ganzes Haus wandere. Vielleicht wäre ein Pfefferminzdragee hilfreich?
  • Sehen: es ist gut zu sehen, wie die Rauchschwaden sich in die Ecken kringeln und dann Richtung Fenster ziehen. Sehen ist das bewussteste Wahrnehmen aller auch selten betretener Räume.
  • Tasten: in der einen Hand habe ich das Räucherbündel, in der anderen den Federfächer um den Rauch gezielt zu dirigieren. Beim lauten Klatschen und Trommeln kann ich noch deutlicher spüren, wie ich die Energie im Haus in Bewegung versetzen. (Die roten, pulsierenden Handflächen haben etwas seltsam Befriedigendes…)

Bei solchen rituellen Handlungen steigt die Wirksamkeit enorm, wenn Du Dich nicht an irgendwelche Vorgaben von mir oder irgendjemandem hältst, sondern das tust, was sich für Dich richtig anfühlt und was Dir Freude macht, Dich vielleicht sogar zum Lachen bringt.

Es geht darum Deine Wohnung, Dein Haus und letzten Endes Dein Bewusstsein zu reinigen und zu erleichtern.

Das wird immer dann gut gelingen, wenn Du Dinge tust und denkst die Dein Herz leichter machen:

  • Wenn Du einen Duft einsetzt, den Du liebst, oder den Du mit Frische und Neuanfang verbindest, gibst Du Deinem Bewusstsein starke positive Impulse.
  • Wenn Du Dein Lieblingsmantra oder Gebet sprichst oder Dein Lieblingslied hörst, etwas, was Dich beschwingt und energetisiert, wirst Du diese Veränderung auch in Deine Umgebung tragen.
  • Wenn es Dir Freude macht Dich zu verkleiden, in eine Persona zu schlüpfen, dann tu das: inszenieren gehört zum Ritual dazu und macht es mächtiger. Ob Du Dich als Hexe oder Weise Frau in Szene setzt, oder momentan Deine innere Magierin befreist – das bleibt Deine Perspektive…

Nach alter Tradition hilft es auch, Salz im ganzen Haus zu verstreuen und dann gründlich aus zu fegen. Salz als notwendiges Lebensmittel hat immer starke magische Kräfte zugeschrieben bekommen: es kann binden und lösen. Beides kann man sich bei diesen Reinigungen zu Nutze machen. Wichtig: das Salz wirklich aus dem Haus heraus zu befördern (oder gegebenenfalls den Staubsaugerbeutel hinaus in die Mülltonne zu tragen) darf nicht vergessen werden. Ebenso die Asche des Räucherwerks.

Zu Räuchern verbindet die Elemente Feuer und Luft auf so offensichtliche und effektvolle Weise, dass allein ein Räucherstäbchen anzuzünden schon eine mächtige Reinigung sein kann – wenn Du es nicht aus Gewohnheit, sondern mit der bewussten Absicht tust, die Atmosphäre zu reinigen.

Das gilt auch für Duftsprays (wobei ich hier eindringlich um Vorsicht bitte: ätherische Öle können heftige allergische Reaktionen auslösen, und es lohnt sich, so naturnah wie möglich zu kaufen – alles andere macht eher Kopfschmerzen als Befreiung!).

Ganz ohne Hilfsmittel kann eine Reinigung auch gelingen:

Fenster auf, einmal laut in alle Ecken klatschend durch die Räume gehen, dabei eventuell auch die Stimme einsetzen, um alte Energien hinauszujagen. Und beim zweiten Rundgang dann Segen oder freundliche Einladungen zu neuen Erfahrungen murmeln, während die Fenster wieder geschlossen werden.
Viel Spaß beim Ausprobieren!

Herzlichst, wo immer Du gerade bist,

Unterschrift Johanna (c) Johanna Ringe 2014 ff. www.dein-buntes-leben.de

P.S.: Deine Erfahrungen oder Ergänzungen interessieren mich brennend – bitte hinterlass unten einen Kommentar damit! Ich freu mich drauf!

 

 

 

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2 Kommentare zu “Eine hilfreiche Reinigung – jetzt wichtiger denn je

  1. Lustig, dass du Terry Pratchett erwähnst! Ich lese gerade zum wiederholten Male das Buch „Der Winterschmied“. Für mich ist das eines der besten Bücher über das Wesen von Magie und Hexenkunst überhaupt.
    Tatsächlich reinige ich auch meine Räume von Zeit zu Zeit von „bösen Geistern“ oder wie auch immer man dies betiteln mag. Die Ruhe, die ein Raum danach ausstrahlt, gibt mir immer Recht.
    LG
    Sabiene

    • Ja, Sabiene, genau das meinte ich: egal wie man es auch nennen oder erklären mag – es fühlt sich schlicht besser an!

      (Und ja, tolles Buch! Die ganze Tiffany Reihe ist klasse!)
      Ganz herzlich,
      Johanna

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