Selbstliebe lernen: Zeichnung eines Menschen, der nach innen spürend sein Herz leuchten lässt. ©Johanna Ringe 2019 www.dein-buntes-leben.de

Selbstliebe lernen in nur drei Minuten am Tag

Ich hab schon oft über Selbstliebe geschrieben, hier in diesem Blog. Dabei habe ich auch erwähnt, wie Selbstliebe und Selbstfürsorge aussehen können. Aber so wirklich handfeste Tipps zum Selbstliebe lernen gab es noch keine. Das möchte ich heute nachholen. Denn Selbstliebe lernen kann man nebenher, in klitzekleinen Minischritten, die oft nur eine Minute brauchen…

Großartige Kleinigkeiten, zum Selbstliebe lernen und stärken:
  • Klebezettel in der ganzen Wohnung verteilen, auf denen steht was ich an mir liebe.
  • Einen Brief an mich selbst schreiben, einen echten Liebesbrief, mit der Post schicken.
  • Ein wunderbares Kompliment auf meinen Spiegel schreiben, wo ich es jeden Tag sehe.
  • Mir auf den Anrufbeantworter sprechen was ich an mir liebe.
  • Herausfinden, welcher Geruch, welcher Duft mich glücklich macht, und diesen immer zur Verfügung halten. Auf dem Nachttisch oder im Handschuhfach.
  • Jeden Abend drei Dinge aufschreiben, die ich an mir liebe bzw. die ich an diesem Tag gut gemacht habe, wofür ich mich liebe.
  • Mit dem Handy ein kleines Video aufnehmen, in dem ich mir sage wie sehr ich mich liebe, und mir dieses mailen.
  • Songs heraussuchen, die mich glücklich machen, deren Texte mich anrühren, die ich auf mich beziehen kann. Mit diesen Songs eine „Liste der Selbstliebe“ machen – und diese dann auch wirklich anhören, wenn ich es brauche. Vielleicht mehrere verschiedene Listen machen.
  • Einen Brief an mich selbst schreiben: warum ich stolz auf mich selbst bin.
  • Kleine Liebesbriefe in Jackentasche, Handschuhfach, Handtasche, Koffer und an anderen selten genutzten Orten verstecken.
  • Mir selbst an einem gewöhnlichen Donnerstag Blumen kaufen.
  • Mich für mich selbst schick machen.
  • Mit mir selbst essen gehen, Eis essen gehen, ins Theater gehen, ins Kino gehen…
  • Mir dieses wunderbar duftende Duschgel gönnen.
  • Mich von oben bis unten mit meiner Lieblings-Lotion eincremen.
Auch diese scheinbaren Kleinigkeiten können große Herausforderungen sein.

Ganz normal hierbei ist: die richtigen Worte nur schwer zu finden für einen Liebesbrief und sich beim Zettel schreiben albern zu fühlen. Vielleicht findest Du die Vorstellung, Dir selbst eine Liebeserklärung auf den Anrufbeantworter zu sprechen, unerträglich. Unter Umständen fällt es Dir leichter, Dich von oben bis unten genüsslich einzucremen – oder aber umgekehrt. Beides ist richtig, beides ist menschlich, beides ist normal.
Die meisten von uns müssen erst lernen, sich selbst mit der gleichen Achtung, der gleichen Wertschätzung und der gleichen Liebe zu begegnen wie dem Partner oder dem besten Freund. Selbstfürsorge zu praktizieren ist ein wunderbarer Weg zum Selbstliebe lernen.

Es lohnt sich: Du bist der wichtigste Mensch in Deinem Leben!

Beziehungen oder Freundschaften mögen zerbrechen, geliebte Wegbegleiter sterben oder werden vom Leben woanders hin geräumt, sodass nur wir selbst zurückbleiben, allein. Umso wichtiger, dass wir uns selbst gute Freunde sind. Wenn kein anderer mehr da ist, der gut zu Dir ist – Du, Du selbst bist doch noch da! Du bist immer da! Du kannst Dein Ritter in strahlender Rüstung sein, oder Deine gute Fee. Und wenn Du denkst, dass Du es nicht kannst, dann sei Dir gewiss: das kannst Du lernen.
Also lass uns Vorräte anlegen: Vorräte aus Komplimenten und freundlichen Worten, aus sinnlicher Süße und musikalischer Geborgenheit. Lass uns unsere Speicher an Liebe, Zuwendung und Zärtlichkeit randvoll füllen!

In guten Zeiten Vorräte anzulegen für die schlechten Zeiten – auch das ist Selbstliebe

»Sie nimmt einen wunderschönen Koffer, altmodisch, aus Pappe mit Holzleisten verstärkt. In diesem Koffer legt sie das alte Flanellhemd und die warmen Pantoffeln. Eine Parfumsflasche. Ein Buch Liebesgedichte. Ein ganzes Bündel Liebesbriefe, mit einer roten Schleife zusammengebunden. Ein kleiner Plüschhase kuschelt sich in einen Kranz aus Stoffblüten. Eine Liste mit Nahrungsmitteln, eine Liste mit Musikstücken, eine Liste mit Filmen und eine Liste mit Büchern. Muscheln vom Lieblingsstrand. Einige Steine. Dazu ein kleines Album mit Fotos aus vielen Jahren: auf all diesen Fotos findet sie sich wunderschön. Lächelnd legt sie obendrauf die olle Wolldecke und ein Lavendelsäckchen. Dann schließt sie den Koffer und stellt ihn ins Wohnzimmer, am Griff ein Zettel auf dem steht: für Notfälle!«

»Er sitzt im Café. Neben sich die Aktentasche, in 5 Minuten muss er los. Aber ein Gedanke scheint ihn zu beschäftigen, er holt Stift und Papier heraus und schreibt oben auf das Blatt: was ich an mir mag. Dann schaut er aus dem Fenster und kaut selbstvergessen auf dem Stift herum. Plötzlich beginnt er zu schreiben, erst eine Zeile. Blick aus dem Fenster. Noch eine Zeile. Dann noch eine und noch eine, er dreht das Blatt um und erst, als die zweite Seite auch gefüllt ist, schaut er erschrocken auf die Uhr. Er lacht verlegen, steckt das gefaltete Blatt in die Innentasche seines Jacketts, greift nach seiner Aktentasche und eilt davon.«

Völlig unabhängig davon, wann sie den Koffer wieder öffnet oder er diese Liste wieder liest, haben sie sich heute gezeigt, dass sie sich selbst wichtig finden, wertvoll finden, liebenswert finden. Und das ist der wichtigste Schritt.

Für die Fortgeschrittenen hier noch die intensivste und vielleicht schönste Übung: sich im Spiegel in die Augen zu sehen und zu sagen: „Ich liebe Dich!“ Ja, das ist eine Herausforderung. Auszuhalten, dass es sich seltsam anfühlt, und zu spüren, wie es jedes Mal ehrlicher und echter wird. Den ganzen Körper einbeziehen in die Übung. Und schliesslich zu merken, dass man im Vorbeigehen mit dem eigenen Spiegelbild flirtet, selbst an Bad-Hair-Days, oder in der Rekonvaleszens oder morgens um halb vier mit Jetlag.

Weil da Liebe ist.

Herzlichst, wo immer Du gerade bist,

Unterschrift Johanna (c) Johanna Ringe 2014 ff. www.dein-buntes-leben.deP.S.: Selbstliebe lernen ist ein Weg, und wenn Du soweit bist, dass Du nackt vor dem Spiegel stehen und alles lieben kannst, was Du da siehst – dann bist Du verflixt nah am Ziel, würde ich sagen! Oder?

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