Das Bunte Leben Selbstannahme

Welche Früchte willst Du tragen?

Welche Früchte willst du tragen? (c) 2015 Johanna Ringe

Wir wollen alle ein gelungenes Leben führen, ein sinnvolles Leben. Wir wollen glücklich sein, und etwas hinterlassen. Aber was meinen wir damit genau?

Am Anfang, als jungen Menschen, stehen uns viele, wenn nicht alle Türen offen.

Wir könnten Museumsdirektorin, Käferforscher, Tanzlehrer oder Kanzlerin werden. Dinge geschehen, Menschen beeinflussen uns, und unser Weg scheint eingeengter, wir entwickeln uns vermutlich zu einem Experten in irgendeinem Bereich. Eher nicht die Käferforschung, vielleicht Wertpapiere, Praxisorganisation oder Haarpflege.
Und dann geschieht das Merkwürdige: wir beginnen uns zu begnügen. Wir glauben den Stimmen, die sagen: man kann nicht immer nur träumen, es muss auch die Miete bezahlt werden und wer weiß, was die Zukunft bringt, triff lieber Vorsorge! (Vorsorge ist das Sorgen bevor man sich eigentlich sorgen müsste, eine finstere Schwester der Vorfreude. Ob man die wirklich treffen möchte?)

Oft merken wir gar nicht, wie sehr wir uns ablenken lassen von unserer eigentlichen Aufgabe: vom Entfalten unseres vollen Potentials in dieser Welt!

Die wenigen Menschen, die nicht in diese Falle tappen, die wirklich Käferforscher, Künstler, Flohzorkusdirektorin oder lebende Statue werden, erregen den Argwohn der Masse. Diese Menschen halten sich nicht an die unausgesprochenen Regeln, sie sparen nicht, sie bescheiden sich nicht mit dem Zweitbesten, den Sicherheiten, sondern riskieren viel – und sind dabei auch noch scheinbar glücklich, frei und sorglos. Eine krude Mischung aus Unverständnis und Neid zweifelt am Recht dieser Menschen auf Glück. An ihrem Recht auf Selbstverwirklichung und Entfaltung. Dabei sind diese vielleicht näher am Ziel als jene, die ihren Sorgen gefolgt sind. Wer weiß das schon? Wer von uns kann das wissen? Wer wagt es sich anzumaßen, er könne das Gelingen eines anderen Lebens beurteilen?

Für mich persönlich ist ein gelungenes Leben eines, das demjenigen, der es geführt hat, im Rückblick, in der Stunde seines Todes sinnvoll und gelungen erscheint.

Dabei sind weder volle Bankkonten, noch Juwelen, schnelle Autos oder große Bibliotheken notwendig… aber durchaus optional! Vielleicht sind dem Käferforscher die drei entdeckten Käferarten wichtiger, und der Flohzirkusdirektorin die verzauberten staunenden Blicke ihres Publikums. Vielleicht hat die lebende Statue niemals ein eigenes Auto besessen oder ein Sparbuch eröffnet, aber dafür tausenden von Menschen für einen Moment Wertschätzung entgegen und Leichtigkeit ins Herz gebracht, und empfindet sich darum als unermesslich reich.* Wer außer ihr selbst hat das recht darüber zu urteilen, ob ihr Leben ein gelungenes ist?

Wir wollen unser Leben an den Früchten messen, die uns selbst wahrhaftig wichtig sind.

Nicht nur an jenen, die für alle anderen sichtbar und verständlich uns zufallen. Eher an den Früchten, die unsere Seele zum Klingen bringen: ausgelöste Kinderfreude, Trost im Chaos, gelinderte Einsamkeit… vielleicht auch gebrachte Heilung, Sättigung, Bildung…. unter Umständen auch Juwelen, Bibliotheken und schnelle Autos. Wer bin ich, darüber zu urteilen?
Manchmal sehe ich die Johannisbeeren im Garten, für die ich nichts getan habe, außer einen Busch zu pflanzen und ihn der Natur anzuvertrauen. Ich sehe die Vögel sich daran gütlich tun, und freue mich, wenn meine Tochter mir ein paar reife Rispen bringt. Wenn ich diese prallen dicken reifen Früchte vorsichtig von ihrem kleinen hellgrünen Zweiglein pflücke und geniesse, dann, in diesem Moment, bin ich unermesslich reich, und voller Dankbarkeit. Natürlich habe ich eine Idee, welche Früchte mein Leben tragen soll, was ich erreichen, was ich hinterlassen möchte. Diese Pläne haben sich in den letzten 40 Jahren auch verändert, immer mal wieder, und sind nicht in Stein gemeisselt.

Aber eines ändert sich nie: das Streben danach, glücklich zu sein, auf eine persönliche Art.

Was meinst Du, was ist in Deinen Augen ein gelungenes Leben? Lass uns teilhaben, inspiriere oder provoziere uns, wir sind gespannt!
Falls Du Dir Unterstützung wünschst auf Deinem Weg zu Deinem gelungenen Leben- genau dafür gibt es uns Coaches! Einfach anschreiben

Herzlichst, wo immer Du gerade bist, was auch immer Du anstrebst,

Johanna Ringe

 

*“The Art of Asking“ von Amanda Palmer sei hier sehr empfohlen… sie hat unter anderem sieben Jahre als lebende Brautstatue ihr Geld verdient, und schreibt darüber, aber in dem Buch steckt noch viel viel mehr…

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