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Erlaubst Du dir einen Künstlertreff?

(c)2015 Johanna Ringe - Erlaubst Du dir einen Künstlertreff?

Schon mehrfach habe ich in meinem Blog auf das Buch Der Weg des Künstlers von Julia Cameron verwiesen (Wege vom Problem zur Klärung- Teil 2, Bist du mit dir im Selbstgespräch?), vor allem wegen der Morgenseiten, eines der drei von ihr empfohlenen nutzbringenden Dinge. Die anderen beiden sind der tägliche Spaziergang von zwanzig Minuten, und der wöchentliche „Künstlertreff“. Um den letzteren soll es heute gehen.
Gleich vorweg möchte ich wirklich allen, die mehr Lebendigkeit, Kreativität und Freude in ihr Leben einladen möchten, Den Weg des Künstlers noch einmal ans Herz legen – es ist ein vielseitiges, anregendes Werk, das noch viel mehr zu bieten hat, als nur diese drei Werkzeuge! (Und nein, ich verdiene dabei nichts!)

Was ist denn so ein Künstlertreff?

Julia Cameron beschreibt ihn als eine Verabredung, einen Ausflug von mindestens 2 Stunden, zu dem Du Dich mit Dir selbst verabredest und den Du gegen alle Übergriffe verteidigst. Wichtig ist, sich wirklich allein zu verabreden, ohne andere Menschen, ohne Beobachter oder Bezugsperson. Ganz für Dich darfst Du hier tun, was auch immer deinen inneren Künstler, dein inneres Kind oder deine inneres Hippie-Chick glücklich und stark macht!
Hier gibt es kein richtig oder falsch, solange Du Dir wirklich Zeit für Dich nimmst, Deinen inneren Künstler triffst, und ihm alle Aufmerksamkeit widmest. Stell es Dir wie einen Ausflug mit einem Patenkind vor: „Was wollen wir denn heute unternehmen?“ mit all der Aura von Abenteuer, die ein freier Nachmittag hat!

Jeder Künstlertreff ist Nahrung für die Seele!

Die Bandbreite der möglichen Künstlertreffs ist enorm: für manche ist es tatsächlich ein Museumsbesuch, ein Schlendern durch Kunsthandlungen oder Galerien. Andere geniessen das Stöbern in Künstlerbedarfsgeschäften, in Stoffhandlungen oder auf Flohmärkten. Die Farben! Das Glitzern! Die Texturen! Vielleicht ist es eine Bootsfahrt auf dem See im Park, ein Zoobesuch oder ein dicker Strauß selbstgepflückter Blumen. Oder eine Chorprobe in einer leeren Kirche, ein Spaziergang durch ein altes Stadtviertel, ein Abstecher an die See oder in einen fremden Wald. Intensive Düfte, seltsame Pflanzen, verwachsene Bäume… ein verzauberter Torbogen oder ein strahlendes Fenster. Barfußlaufen. Die Stille im Wald, mittags, im Sommer. Das Summen der Insekten. Die Farbpalette von Emil Nolde. Mohairgarn in blauen Schattierungen, wogend wie Wasser. Ein alter Stummfilm. Billard spielen. Ein Konzert mit geschlossenen Augen  oder 40 verschiedene Musik CDs im Geschäft anhören. Musikinstrumente ausprobieren. Im Botanischen Garten Unglaubliches entdecken.

Wesentlich ist die Zeit, die Du Dir selbst widmest, ungestört und ungeteilt.

Darin liegt gleichzeitig die große Herausforderung: es ist so einfach, das zu verschieben. Drüber hinwegzugehen, weil so viel anderes geschieht. Weil die Kinder krank sind, der Hund alt, der Abgabetermin schon morgen früh oder Tante Ottilie überraschend zu Besuch. Weil man meint, sich selbst immer dazwischenschieben zu können. Gerade Hochsensible stellen zu oft die Bedürfnisse der anderen über ihre eigenen. Immer wieder sich selbst zu vertrösten führt aber dazu, daß die Energiereserven aufgebraucht werden. Man fühlt sich schwach und ausgelaugt, schleppt sich durch die Tage und greift nach jedem Strohhalm, der hilft, den Alltag durchzustehen. Aber die Lebensfreude ist abhanden gekommen. Oft ganz unbemerkt.

Die Lebensfreude ist wie ein Feuer, das gefüttert werden muss, geschürt und wieder angefacht werden kann.

Der Künstlertreff ist eine ebenso vergnügliche wie effektive Methode, seine Lebensfreude zu fördern. Schon mit zwei Stunden pro Woche, in Notfällen sogar weniger Zeit, kann dem inneren Kind vermittelt werden: ich sehe Dich, ich höre Deine Ideen, ich sorge für Dich.
Die Rückbesinnung auf die eigenen Bedürfnisse und das Erleben guten Gefühle stärkt den Hochsensiblen für den Alltag in der Welt.
Kreativ arbeitende Menschen sind darauf angewiesen, quasi auf Knopfdruck originelle Ideen zu produzieren. Wenn sie sich mit Künstlertreffs immer wieder füllen, dann halten sie diese harte Arbeit länger unbeschadet durch. Und andere, gerade die Menschen, die von sich selbst niemals behaupten würden Künstler zu sein, oder einen solchen inneren Künstler zu haben, werden spüren, wie sich verloren geglaubte Gefühle wie Abenteuerlust, Aufregung und spielerische Lebensfreude wieder zeigen.
Was auch dein Hintergrund sein mag, wie Du auch immer zu deiner Kreativität stehen magst:

Gönn Dir das Abenteuer eines Künstlertreffs – und zwar regelmäßig!

Ich würde mich sehr freuen, wenn Du mir deine Erfahrungen schilderst! Schreib mir doch einen Kommentar, wie es dir ergangen ist – oder wie dir Der Weg des Künstlers gefällt.

Herzlichst, wo immer du gerade bist,

Johanna Ringe

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2 Kommentare zu “Erlaubst Du dir einen Künstlertreff?

  1. Liebe Johanna,

    ich freue mich gerade total deinen Blog gefunden zu haben. :-) Meiner Meinung nach kann es nicht genug Menschen geben, die über diese kreativen, bunten Themen schreiben!
    ‚Der Weg des Künstlers‘ ist wirklich unschlagbar gut. Für mich hat dieses Buch tatsächlich den Durchbruch für mein kreatives Schaffen gebracht. Ich hätte nie gedacht, dass ein simples Übungsbuch etwas leisten kann, woran ich jahrelang gescheitert bin…
    Ohne Künstlertreffs wird es langfristig nichts mit der Kreativität. Das musste ich schon häufiger feststellen, wenn ich sie dann doch mal weggelassen hatte, weil gerade so viel los war. Das geht dann ein-zwei Wochen gut und dann ist plötzlich – von einem Moment auf den anderen – der kreative Tank leer. Das kann dann sehr unangenehm werden, wenn man beruflich auf die eigene Kreativität angewiesen ist. ;-)

    Liebe Grüße,
    Marie

    • Liebe Marie,

      dankeschön!
      Ja, oft sind die scheinbar harmlosesten Dinge die, die am meisten in Bewegung setzen. In jede Richtung… ;-)
      Herzgruß,
      Johanna

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