Hochbegabung

Was heisst hier „unmöglich“?

Früher hieß es, die Hummeln würden mit ihrem Flug den physikalischen Gesetzen trotzen:

sie könnten nur fliegen, weil sie nicht wüssten, dass es unmöglich sei.

Mittlerweile weiß man, dass dies auf der falschen Annahme beruhte, Hummelflügel seien steif und unbeweglich wie Flugzeugflügel. Die kleinen Pelzknäuel haben wunderbar zarte Flügel, die für fantastische Verwirbelungen sorgen – und für ausreichend Auftrieb.

Ich freue mich jedes Mal, wenn eine Hummel meinen Weg kreuzt.

Im Vergleich zur fleißigen Biene wirkt die Hummel gemütlich und entspannt. Dabei sind auch Hummeln in Staaten organisiert, sammeln Nektar, befruchten Pflanzen, machen Honig, können stechen und im Notfall beißen sie auch noch, alles im Namen ihrer Königin. Sie sind einfach runder und pelziger, und unsere Assoziationen mit „dick und flauschig“ sindfett, faul und gefräßig“ sowie „gemütlich, dumm und lustig“. (Ich bin persönlich beleidigt, tappe aber bei der Hummel ebenso in diese Vorurteilsfalle.)

Der Hummel sind unsere Vorurteile sehr egal.

Sie geht Ihren Geschäften ungestört nach und parkt ihren pelzigen Hummelpo auf jeder Blüte, die ihr gefällt. Sie kümmert sich nicht darum, was möglich oder unmöglich ist. Sie tut was sie will und kann. Damit ist sie mir ein Vorbild. Meine Patentante sah mich einmal an einem unerwarteten Ort, aber sie glaubte ihren Augen nicht, weil ich rannte. „Das kannst nicht Du gewesen sein, so schnell bist Du nicht.“ Tja, falsch gedacht. Wenn ich will, dann bin ich schneller als gedacht.

Wenn ich will, dann tue ich das Unerwartete, das „Unmögliche“.

Und je weniger ich darüber nachdenke, was andere mir zugestehen oder zutrauen, desto leichter und entspannter kann ich das „Unmögliche“ tun. Denn diese Annahmen der anderen sind schlichtweg falsch. In diesem Sinne stimmt es schon, dass Hummeln fliegen, weil sie nicht wissen, dass es unmöglich ist.

Wir alle wissen, dass man Menschen einreden kann sie könnten etwas nicht.

Viele hochbegabte Frauen und Mädchen könnten Bibliotheken mit ihren diesbezüglichen Erlebnissen füllen. Gute Lehrer*Innen wissen um die Macht ihrer Erwartungshaltungen: Sie bestärken und unterstützen die Kinder nach Kräften. Selbstverständlich wird man einem Kind nicht einreden, es könne fliegen (Madita sei uns ein mahnendes Vorbild!) Und man kann ein Kind auch nicht spontan durch gutes Zureden schneller oder intelligenter machen, als es ist.

Aber durch anfeuern und Ansporn kann ein Mensch lernen, sein Potenzial voll auszuschöpfen!

Ich möchte Dir hier also nicht einreden, Du seist eine Hummel und könntest fliegen, sondern möchte Dich ermuntern, Dir beim Entfalten Deines Potentials keine gedanklichen Grenzen zu setzen. Weder Dein Chef noch Deine Eltern oder Lehrer dürfen Dich daran hindern. Alles hat seine Zeit und seinen Ort, klar. Aber

nichts ist für Dich unmöglich, nur weil es für jemand anderen unmöglich war!

Wovon möchtest Du mehr in Deinem Leben? Was möchtest Du wirklich lernen oder tun? Gibt es irgendeinen echten Hinderungsgrund, der dagegenspricht? Oder ist das einfach etwas, dass Du Dir nicht zutraust? Dann suche nach einer Gelegenheit es auszuprobieren:

Straf‘ die (falsch angesetzten) physikalischen Gesetze Lügen und flieg, liebe Hummel!

Herzlichst, wo immer Du gerade bist,

Unterschrift Johanna (c) Johanna Ringe 2014 ff. www.dein-buntes-leben.de

 

 

P.S.: Magst Du Hummeln? Warum?
Hast Du schon mal „Unmögliches“ getan? Erzähl…!

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