Hochsensibilität

Aktive Abgrenzung für Hochsensible

Abgrenzung für Hochsensible: den Körper und das gesamte eigene Feld wahrnehmen und klären. Zeichnung einer Frau, mit Markierungen an Herz, Kehle, Kopf, Händen... ©2020 Johanna Ringe www.dein-buntes-leben.de

Leute, ich hab einfach keine Lust mehr… Ich hab es so satt. Gezielte Abgrenzung ist angesagt.

HOCHSENSIBLE Menschen müssen sich abgrenzen.

Ich bin nicht auf Twitter, Facebook oder ähnlichem unterwegs. Ich schaue keine Nachrichtensendungen, verfolge keinen Ticker und lese nur eine Tageszeitung. Informationen, die mir sonst noch fehlen könnten, gibt mir meine Familie. Abgrenzung ist nicht universell, sondern sehr spezifisch: vor dem Wahnsinn, der Panik, den verdammten Verschwörungstheorien und all dem gequirlten Quark muss ich mich schützen. Anderes muss ich erfahren. Ich bin kein Vogel Strauß, ich weiß in welchen Zeiten ich lebe.

Ich bin hochsensibel, sehr empathisch und neige dazu die Themen anderer Menschen in meinem Körper auszuagieren.

Damit bin ich mit Sicherheit nicht die einzige. Besonders heftig erwischen mich weltweite Themen. Meinen doppelten Bandscheibenvorfall inklusive dreiwöchigem Aufenthalt in einer Klinik hatte ich in den Tagen nach dem Attentat vom 11. September 2001. Das war kein Zufall: ich erinnere mich am 12. September durch die Stadt zu laufen, und alle Menschen waren wie gelähmt, voller Angst, voller Haltlosigkeit und Zweifel. Eine unfassbar schwere und ungesunde Atmosphäre in einer kleinen Stadt im deutschen Hinterland. Abgrenzung war mir gar nicht mehr möglich: mein durch zwei Kleinkinder ohnehin strapazierter unterer Rücken hielt es nicht aus, dass quasi der gesamten Menschheit die Beine unterm Hintern weggebombt worden waren.

Dieses Mal mache ich das anders!

Da auch ich keine Insel bin, sondern verheiratet, Mutter und in eine größere Familie eingebunden, werde ich wohl eine Coronainfektion nicht verhindern können, höchstens herauszögern. Und dafür tue ich mein möglichstes: ich begebe mich nur Notfall unter Menschen, halte gebührenden Abstand, reinige neuralgische Punkte wie Türklinken häufiger und wasche mir oft und lange und gründlich die Hände mit Seife. Aber was ich verhindern kann ist folgendes: mich von der Angst, der Panik und der Uninformiertheit krank machen zu lassen.

Indem ich streng SORTIERE, welche Informationen ich konsumiere und welchen Einflüssen ich mich aussetze schütze ich mich vor Überforderung.

Das gelingt mir natürlich nicht immer, oder nur unvollkommen, denn andere Menschen sehen das anders. Jedes unverfängliche Gespräch, sei es über Katzen oder Kochrezepte, wird irgendwann von Weltuntergangszenarien invadiert! Das zwingt mich nicht nur, meine gesamte diplomatische Kapazität auf einmal abzurufen, sondern auch nachher, im stillen Kämmerlein, mich von all dem Müll wieder zu befreien. Denn Abgrenzung hat nicht unbedingt die Form von Grenzen. Manchmal ist es eher wie das Händewaschen im Nachhinein.

Die Angst anderer nicht empathisch zu meiner eigenen zu machen, sondern bewusst loszulassen ist zurzeit bitter notwendig.

Neben den verbreiteten Schutzübungen für Hochsensible (wie zum Beispiel Zaubermantel, Raumanzug oder Seifenblase) die man in der akuten Situation, wie z.B. dem Einkauf, nutzen kann, hilft folgende Übung. In einem ruhigen Moment auf den eigenen Körper, von den Füßen über das Herz und die Sinne bis zum Kopf und Verstand, zu konzentrieren und ganz bewusst, am besten laut, die Absicht zu formulieren:

„Ich lasse alles los, was nicht meins ist. Ich lasse die Ängste anderer los, schicke sie fort. Alle Dinge, die mir nicht guttun, alle Energien, die nicht meine sind und die mir nicht nutzen, schicke ich raus aus meinem Körper, aus meinem Energiefeld, aus meinem System, aus meiner Wohnung! Möge die befreite Energie dorthin gehen, wo sie Nutzen bringt.“

Die Formulierung ist nicht so wichtig, wichtig ist die Absicht und die Klarheit. Finde Deine eigenen Sätze und dann sprich sie mit aller Willensstärke aus. Raumgreifende Armbewegungen helfen dabei – sei spielerisch damit, und entwirf Deine eigenen Rituale oder Zauberformeln, ganz nach Deinem Geschmack. Du kannst alles damit verbinden, was Dir gut tut: Abklopfen, Ausschütteln etc. Das kann theatralisch oder dezent ausfallen, je nachdem wie Deine Umgebungssituation ist und wie stark Dein Bedürfnis nach Abgrenzung.

Du bist Deine eigene Herrin. Nutze dies.

Egal welchen äußeren Zwängen Du vielleicht unterworfen bist, in Deinem Kopf bist Du frei. In Deinem Bewusstsein entscheidest Du souverän. Das wichtigste: bewusst die Absicht zu formulieren. Probiere es aus, was hast Du schon zu verlieren? Im besten Fall kannst Du spüren, wie Du direkt ruhiger und klarer bist, im schlimmsten Fall kommst Du Dir albern vor.
Wie das funktioniert, warum das funktioniert – das wird die Wissenschaft uns irgendwann erklären, vermute ich. Die Erfahrung lehrt mich, dass diese Übung funktioniert. Und das ist die Hauptsache. Um es in der Sprache der Märchen zu sagen:

Du bist nun die Herrscherin im Schloss zur goldenen Sonne und es liegt auch in Deiner Macht Dich selbst zu befreien!

Ob ich mein Immunsystem damit unterstütze, mir vorzustellen, wie eine Armee weißer Blutkörperchen den bösen Feind bekämpft, oder ob ich bereits vorher meine Imagination dazu nutze, mich auf emotionaler Ebene zu reinigen – erlaubt ist, was hilft.

Ich halte es immer für eine gute Idee, wenn wir unseren Geist bewusst für uns arbeiten lassen. Das kommt schließlich selten genug vor …

Herzlichst, wo immer Du gerade bist,

Unterschrift Johanna (c) Johanna Ringe 2014 ff. www.dein-buntes-leben.deP.S.: Sich die Formulierung oder eine Erinnerung auf einem Klebezettel an den Spiegel oder über den Schreibtsich zu hängen hilft sehr…

P.P.S.: Die vielen „Ich“ im Text nerven mich gerade, aber so ist das eben wenn man von sich selbst erzählt. Möge es Dir nutzen!

P.P.P.S.: Das hier ist kein Aprilscherz, übrigens…

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3 Kommentare zu “Aktive Abgrenzung für Hochsensible

  1. Friederike

    PS zu meinem Kommentar:
    Die Ölabschaber sind auch kein Aprilscherz!

    • Ja, ich erinnere mich. War da nicht auch noch Sand im Spiel? Also ölen, dann schwitzen, dann mit sand bedeckt sein und sich dann abschaben?

      Jedenfalls ein passendes Bild. Erlaubt ist ja was hilft… und wenn es die Vorstellung einer Flaschenbürste ist, die uns inwendig schrubbt! :-)

      Umarmung, Johanna

  2. Friederike Maschmann

    Danke Johanna – sehr und wieder einmal!
    Selbst wenn man das ganze Arsenal zum Thema kennt, ist es immer gut, daran erinnert zu werden.
    Ich persönlich habe dazu ein bestimmtes Bild zu einem Gerät aus dem Römisch-Germanischen Museum in Köln: da lagen wie Sicheln gekurvte aber nicht scharfe Bronzeschaber. Sie halfen den Athleten, das nach einer Anstrengung reichlich aufmassierte Olivenöl abzustreichen, den Überschuss…
    Beim energetischen Reinigen nehme ich die hohlen Hände zuhilfe – aber oft unterstützt mit der Vorstellung, diese Ölbascheider zu benutzen… sehr wirksam!
    Na, und zur Vorsorge kein TV, wenig Telefon, und in der Zeitung manches nur überfliegen und schnell überblättern…
    Und vermutlich fängst du den Virus doch nicht – du vermeidest ja weitgehend, unter Menschen zu kommen…
    Alle guten Wünsche dir und den Deinen für diese anstrengende Zeit!
    Herzlich, Friederike

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