Selbstannahme

Anderssein – Du bist auch anders, irgendwie

Anderssein (c)Johanna Ringe 2016 www.dein-buntes-leben.de

Im Beitrag Folge Deiner Freude habe ich schon gestanden, daß meine Leidenschaft die schriftliche und mündliche Kommunikation ist: folge ich meiner Freude, dann schreibe oder spreche ich über wesentliche Dinge des menschlichen Lebens, wobei es fast immer um das Anderssein geht:

Egal ob als Vielbegabter, ob als Kreativer, Transgender, Introvertierter, Musiker, Frau, Mann, Mensch – wir alle erfahren Situationen in denen wir anders sind, als die Gruppe um uns herum.

Und damit ist wirklich jeder einzelne Mensch gemeint. Jeder, egal wie angepasst und eingebunden, erlebt sich irgendwann als anders:

  • der Ehemann, der seine Frau vom Kaffeeklatsch abholt
  • die einzige Ehefrau beim Geschäftsessen,
  • die sehr junge Mutter unter lauter älteren Müttern
  • die einzige Person ohne Brille
  • der Letzte, zu spät kommende, in der wichtigen Sitzung
  • die einzige ältere Frau im Yogakurs
  • der/die einzige Hustende im Wartezimmer
  • der strickende Mann
  • die Klempnerin
  • der Kindergärtner
  • der einzige Kunde im Geschäft
  • die einzige Person mit Krücken/ mit Hut / ohne Mantel/ …
Städter auf dem Dorf, Deutsche in Bhutan, Frauen in der Schwulenbar, Männer beim Orientalischen Tanzkurs

Mein Leben lang war ich immer anders, teils unbeabsichtigt, teils bewusst entschieden. Deshalb ist mein Erfahrungswissen umfangreich, sowohl zum Anderssein und anders Fühlen, als auch zu den Möglichkeiten, die uns offen stehen, um damit Frieden zu schliessen, egal auf welcher Seite wir gerade stehen: Teil der Gruppe, oder schräger Fremdkörper. Ob Anderssein zu Schmerz oder Freude führt, zu Glück oder Verzweiflung, Stärke oder Zusammenbruch… welches Ergebnis eine Situation hat hängt zu einem großen Teil von unserer inneren Einstellung ab.

Denn das Anderssein ist nur dann ein Problem, wenn es als Problem wahrgenommen wird.

Als einziger Mensch mit Sonnenbrille an einem bedeckten Tag hast Du schlimmstenfalls mit schrägen Blicken oder einer skeptischen Frage zu rechnen. Als einzige Hochbegabte oder Hochsensible in einem Großraumbüro kann das Anderssein ganz andere Konsequenzen haben. Aber auch hier muss es ja nicht zwangsläufig zu Mobbing oder ähnlichem kommen. Vieles lässt sich von vornherein entschärfen durch die Art, wie Du Dein Anderssein kommunizierst.

Wenn Du Dich selbst eben nicht zum Täter oder zum Opfer machst, sondern Dich auf einer Stufe mit der Gruppe siehst, dann greifen gewissen Mechanismen nicht.

Und wie Du Dein Anderssein kommunizierst hängt natürlich damit zusammen, wie Du Dein Anderssein selbst siehst: empfindest Du Deine Hochsensibilität als Manko, als krankhafte Störung, dann wirst Du Dich rechtfertigen und entschuldigen, also Deine Position von vornherein schwächen.  Dagegen ist der Blick auf die Hochsensibilität als Persönlichkeitsmerkmal wie Augenfarbe oder Körperlänge neutraler, und vereinfacht die Kommunikation: wer sehr groß ist braucht entsprechende Möbel, wer sehr gut hört, entsprechende Dämmung. So ist das.

Nimmst Du Deine Bedürfnisse und Besonderheiten selbst ernst, tun die anderen das auch.

Das klingt wieder trügerisch simpel, und ist doch nicht so ganz einfach zu leben. Investiere immer mal wieder Zeit und Geduld in den Prozess, denn es lohnt sich, nett zu Dir selbst zu sein, und alle Deine Macken und Besonderheiten zu erkennen und lieben zu lernen.Warum? Na, sicher nicht nur, um mit anderen gut zurecht zu kommen, sondern darum:

Die Reise zur Selbsterkenntnis ist kein Sonntagsausflug, sondern Deine Lebensreise, und Du bist die einzige Gesellschaft die Dir dabei garantiert vom ersten bis zum letzten Atemzug zur Seite steht!

Herzlichst, wo immer Du gerade bist,

Johanna Ringe dein-buntes-leben.de

P.S. Falls Du Anregungen oder Beistand brauchst, Du weißt ja, Mail genügt… ;-)

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2 Kommentare zu “Anderssein – Du bist auch anders, irgendwie

  1. Hallo Johanna,

    ein sehr schöner Beitrag!
    Wunderbar natürliche Betrachtung des Themas ganz ohne Drama (wie man das hierzu ja erwarten könnte oder von anderen kennt).
    Der Schlußsatz ist Bombe – ich hoffe den bei Gelegenheit mal zitieren zu können☺

    Herzliche Grüße,
    Nicole

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