Achtsamkeit Selbstannahme

Wann bist du gerade? Heute?

Heute essen wir einen elefanten, einen Bissen nach dem anderen...(c) Johanna Ringe

Bist Du wirklich präsent, im Heute? Oder bist Du vielleicht gestern oder vor ein paar Wochen, als diese impertinente Person dir……? Oder bist Du in ein paar Jahren, wenn Du endlich erfolgreich oder verheiratet oder in Rente sein wirst, oder…..?

Es ist wirklich einfach: Heute ist der einzige Tag, der zählt.

Was gestern war, oder vor Jahren, das kannst Du nicht mehr ändern, nur widerkäuen. Das gibt Dir keine Kraft mehr, sondern bindet Energie. Hast du es einmal genau betrachtet, deine Lehre daraus gezogen, dann lass es los. Gib es frei, und befreie dadurch dich und deinen Geist für den wichtigsten Tag: den heutigen.
Es gibt ein kurzes buddhistisches Märchen dazu:

Es waren einmal zwei Mönche, die gemeinsam auf Wanderschaft gingen: ein alter Mönch und sein Schüler. Die beiden kamen an einen Fluss, den man an einer seichten Stelle durchqueren konnte. Dort stand eine junge Frau, in einem prächtigen Kimono, die ihnen bereits entgegenblickte. Sobald die beiden in Hörweite waren, flehte die Frau sie an: „Bitte, könnt ihr mich über den Fluss tragen? Wenn ich hindurchwate, dann ruiniert das Wasser meinen seidenen Kimono! Bitte!“
Der jüngere Mönch ging stumm an ihr vorbei. Der Alte aber nahm die Frau auf den Rücken und trug sie durch die Furt. Am anderen Ufer stellte er sie ab, verneigte sich, und ging seines Weges.
Sein Schüler folgte ihm, noch immer stumm. Aber in ihm tobte die Entrüstung, hatte der Meister doch Regeln gebrochen, und das für eine verwöhnte, oberflächliche Person… der junge Mönch wurde immer wütender und stampfte hinter dem Alten her, bis er schließlich nach Stunden stehenblieb und herausplatzte: „Wieso habt ihr das getan? Wieso habt ihr dieser eingebildeten Person geholfen, und noch dazu eine Frau berührt, was uns Mönchen verboten ist?! Wie konntet ihr nur?“
Der Alte schaute ihn erstaunt an: „Ich habe die Frau vor zwei Stunden am Flussufer abgesetzt, aber mir scheint, Du trägst sie immer noch mit dir herum.“ Und mit einem Schulterzucken ging er weiter.

Wir alle tragen manchmal Etwas länger als nötig mit uns herum. Dabei ist es oft einfach, es loszulassen, die Schultern zu zucken, und weiter zu gehen. Bist Du verspannt? Hast Du Nackenschmerzen? Dann frage dich heute:

Was trage ich unnützerweise immer noch mit mir herum?

Sei ehrlich mit dir selbst, frage dich, ob du das Problem überhaupt hättest, wenn du nicht ständig daran denken würdest. Und dann lass die alten Sorgen los. Atme auf. Zuck mit den Schultern und geh weiter.
Was Morgen oder in ein paar Jahren sein wird, das kannst du auch nicht wissen oder ändern, aber Du kannst es heute vorbereiten!
Betrachte die zukünftigen Herausforderungen als das was sie sind: Aufgaben für dein zukünftiges Ich. Es ist wichtig, die Schritte in Richtung Zukunft zu tun, die man heute tun kann. Dafür ist Heute genau der richtige Tag.

Plane gut, ja, und dann zerlege deine großen Pläne in lauter kleine, gangbare Schritte.

Schritte, die keine Siebenmeilenstiefel erfordern, sondern die Du bequem, heute, jeden Tag gehen kannst. Einen Schritt nach dem anderen, getreu der Devise:

Wie isst man einen Elefanten? Einen Bissen nach dem anderen!

Ehe Du dich versiehst, hast du dein Ziel erreicht. Ganz ohne dir unnötig Sorgen zu machen, weder um Vergangenes, noch um die Zukunft. Du hast deine Ziele erdacht, erfasst und den Weg geplant. Und dann bist du diesen Weg gegangen. Alle Herausforderungen hast du dann bewältigt, als sie da waren.

Indem du hier und jetzt präsent und tätig warst, dem einzigen Tag vertrauend, der dir wirklich gehört: Heute!

Ich freue mich darauf, von Deinen Erfahrungen mit dem Frauen-über-den-Fluss-tragen, oder dem Essen-von-Elefanten zu erfahren – unten in den Kommentaren oder persönlich!

Herzlichst, wo immer Du gerade jetzt bist,

Johanna Ringe

 

 

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