„Du do da Ding“ Coaching-Prozess

Manche Menschen, die einer Sprache nicht mächtig sind, nutzen die ihnen bekannten Bruchstücke kongenial. So zum Beispiel Samu Haber als Coach bei The Voice of Germany 2014, als er sagte: „I open da door, und Du do da Ding!“ Was er damit (vermutlich) sagen wollte: als Coach kann er nur die Türen öffnen, der Coachee selbst geht hindurch und macht dann sein Ding, was auch immer das sein mag. Nur so entsteht der Coaching-Prozess, durch die aktive Arbeit des Klienten an sich selbst. Coaching ist wie Tanzen: beide haben ihren Bereich, beide ihre Schritte, und gemeinsam entsteht der Tanz.

Beim Coaching führt immer der Coachee

Je klarer die Ziele des Coachees erkannt sind, umso besser kann der Coach aus der Fülle der zur Verfügung stehenden Werkzeuge auswählen, welches hier und jetzt einen Schritt nach vorn ermöglichen kann. Die Arbeit der Beteiligten greift ineinander, und je offener und vertrauensvoller man miteinander umgeht, umso effektiver der Ablauf. Speziell im psychosozialen Coaching, welches sich nicht auf einen Aspekt des Menschenlebens beschränkt (wie es beispielsweise ein Gesangs-Coach oder ein Marketing-Coach tun würde), ist eine gemeinsame Basis und Sympathie unabdingbar. Bei aller Professionalität kann ein Coach nur mit einem Klienten effektiv arbeiten, der sich vertrauensvoll öffnet.

Vertrauen ist einer der wichtigsten Schlüssel im Coaching

Es geht im psychosozialen Coaching um die Unterstützung in Entscheidungs- oder Krisen-Situationen. Dabei hilft das Gespräch mit dem Coach dabei, die Grundlagen für die Problematik zu erkennen und daraus neue Handlungsstrategien zu entwickeln. Das heißt nicht rückwärtsgewandtes Durchleuchten des bisherigen Verlaufs, sondern Erforschung der persönlichen Strukturen, wie unter anderem folgende:

  • Was sind die intrinsischen Motivationen des Coachees?
  • Welche Ängste bilden Stolpersteine?
  • Welche unbewussten Handlungsmuster greifen?
  • Welche unbewussten Glaubenssätze spielen eine Rolle?
  • Welche Werte prägen das Entscheidungsverhalten?

Diese Themen zu besprechen braucht Vertrauen. Und wie in den Beiträgen zum Inneren Team und anderen Klärungsmethoden gezeigt, geht es um Selbsterkenntnis.

Bewusstwerdung bringt mehr Handlungsspielraum

Denn nur wenn ich mir meiner Motivation und meiner eingeschliffenen Reaktionsmuster bewusst bin, kann ich in konkreten Situationen eine bewusste Veränderung meines Verhaltens erreichen. Falls es im Coaching nicht um Lösungsstrategien für eine Herausforderung, sondern um Zielfindung geht, dann bildet die Selbsterforschung erst recht die Grundlage des Prozesses. Denn nur, wenn ich verstanden habe, welche Bedürfnisse ich erfüllen und auf welche meiner Charakterzüge ich Rücksicht nehmen muss, kann ich beispielsweise meinen Traumjob auch wirklich finden. Also: erkenne Dich selbst!

Von außen hält der Coach den Spiegel vor

Die Rolle das Coaches ist die einer Hebamme: Anleitung geben, Beistand leisten, Trost und Ansporn bieten, Anfeuern, mögliche Wege vorschlagen. Hauptsächlich aber dem Coachee Raum zu geben für dessen eigene Erkenntnisse und Gedanken.
Der Coach weiß nie die Lösung, die liegt im Coachee selbst verborgen – das gemeinsame Herauskitzeln dieser Lösung ist das Ziel jedes Coaching-Prozesses. (Und auch um sich Kitzeln zu lassen, muss man Vertrauen haben.)
Eigentlich müsste es also viel eher heißen:

Ich helfe Dir die Schlösser zu erkennen, die Tür öffnen und hindurchgehen wirst Du dann selbst!

Schreib doch einen Kommentar, wer Deiner Meinung nach eher richtig liegt mit seiner Aussage: Samu oder ich. Ich bin gespannt!

Herzlichst, wo immer Du bist,

Johanna Ringe

 

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