Foto eines altmodischen Springseils auf Parkett mit dem Text: Kreativitätsmuskel Training (c) Johanna Ringe 2017 www.dein-buntes-leben.de

Dein Kreativitätsmuskel will trainiert werden!

Der Physik-Nobelpreisträger Gerd Binnig hat in seinem Buch „Aus dem Nichts. Über die Kreativität von Mensch und Natur“ das treffende Bild vom Kreativitätsmuskel gefunden. Mittlerweile ist die große Bedeutung von Kreativität für die verschiedensten Lebensbereiche im Bewusstsein der Öffentlichkeit angekommen. Dennoch spukt das Bild vom chaotischen, exzentrischen, realitätsfernen Kreativen dabei noch in vielen Hinterköpfen. Dabei ist Kreativität eine normale Eigenschaft, die zwar nicht allen aber doch sehr vielen Menschen eigen ist. Kreativität besteht vor allem aus Flexibilität im Denken, Problembewusstsein, gepaart mit Originalität und Praktikabilität, also einer gewissen Realitätsnähe.

Bist Du ein kreativer Mensch? Vielen ist ihre eigene Kreativität gar nicht bewusst.

Oft begegnen mir Personen, die sich in einer guten beruflichen und privaten Situation befinden, und dennoch unglücklich sind. Dabei gibt es selbstverständlich immer unterschiedliche Gründe, aber eine Gemeinsamkeit haben sie: eine Art Langeweile, eine seelische Ermattung, die alle liebgewonnen Sicherheiten und Rituale zu Käfigen und Schranken macht. Gerade Hochbegabte leiden extrem unter Unterforderung, und suchen dann verzweifelt nach einer Lösung die keine radikale Änderung einer an sich als wohltuend empfundenen Situation erfordert.
Natürlich gibt es auch unkreative Hochbegabte, aber die Kreativen unter uns sind heute mein Thema. Denn oft ist das Hauptproblem die sich langweilende Kreativität, der ungenutzte Kreativitätsmuskel.

Kreativität erfordert das Brechen von Regeln.

Doch der Satz, dass Kreativität Regeln braucht ist ebenso wahr. Kreatives, divergentes Denken muss sich bei der Lösungssuche sowohl des Problems bewusst sein, als auch über angenommene Schranken hinwegsetzen. Deshalb ist Kreativität nur in bestimmten Umfeldern möglich. Um kreativ zu sein brauchst Du gedankliche Freiheit, eine großzügig bemessene Zeitspanne für unabhängiges Arbeiten ohne Kritiker sowie eine Problemstellung die Du Dir im Idealfall selbstmotiviert ausgesucht hast. Du willst also ein Problem lösen, welches Dich wirklich betrifft, und setzt Dich gedanklich über die Grenzen wie „Das macht man so. Das ist halt so. Das sind die Gegebenheiten.“ hinweg.

Kreativitätsfördernde Umstände kannst Du Dir schaffen.

Selbst wenn es in Deiner Arbeit unter Umständen nicht sehr kreativ zugehen sollte, kannst Du Dich selbst fordern und fördern, indem Du der Kreativität andere Spielplätze schaffst. Das kann die Küche sein (Wieviele schmackhafte pikante Zubereitungsvarianten für Erdbeeren finde ich?), der Schreibtisch (Ein kleines Gedicht über die Steuererklärung?), gesellschaftliche Verpflichtungen (Besonders kreative Geschenke besonders originell verpackt?) oder ein Hobby (Wie kann ich einen solchen Pullover stricken ohne eine einzige Naht schliessen zu müssen?). Das kann auch bedeuten, sich bei der Ausbildung über gängige Wege hinweg zu setzen und beispielsweise ein trockenes Medizinstudium oder Informatikstudium mit einem beflügelnden Philosophiestudium zu kombinieren. Es ist nur wichtig, dass Du Dir selbst keine weitere bleierne Verpflichtung daraus machst, sondern in der spielerischen Ebene bleibst.

Schon mit der Absicht, kreativer zu sein, kannst Du Routine und Langeweile in Schach halten.

Wie so oft entscheidest Du selbst darüber, wie gut Dein Leben zu Dir passt. Wo es drückt, kannst Du es anpassen. Du kannst immer innerhalb der gesetzten Parameter Alternativen finden, manchmal erfordert das nur einen Perspektivwechsel und den Einsatz Deines Kreativitätsmuskels. Über eine wunderbare Möglichkeit der Ideenfindung habe ich schon einmal gebloggt: das Ideenfeuerwerk. Ausserdem ist es natürlich wichtig, Dich selbst gut zu kennen. Bist Du vielleicht ein Bilderdenker? Bist Du vielbegabt, ein Scanner, eine Renaissance-Seele?

Auch Dein Kreativitätsmuskel braucht manchmal Mut und Anspannung, manchmal eher Loslassen.

Wie alle Muskeln will er trainiert werden, benutzt werden, und die Leistungsfähigkeit steigt mit der Übung. Denn Kreativität kann man nicht verschwenden, nur ausüben, also üben. Gut, wenn Du Dir erlaubst an unscheinbaren Orten kreativ zu sein, dadurch trainierst Du Deinen Kreativitätsmuskel für den großen Einsatz.
Wie bei Muskulatur sonst auch, ist gründliches Aufwärmen und nachher Dehnen oder langsames Auslaufen hilfreich. Also bereits beim Frühstück etwas zu Reimen oder auf der Hinfahrt zu Singen kann Dich auf den Job vorbereiten, und nach einer heftigen Crunch-Phase, einem Milestone, einer Abgabe, kann Dir neuerliches spielerisches Problemlösen helfen, langsam zu entspannen. Siehe hierzu unbedingt Hilfe, ich kann nicht abschalten!

Ob Du Dich für kreativ hältst ist egal, wie auch Dein IQ oder Dein Alter.
Hauptsache, Du lebst – und lebst Dein Leben gern!

Herzlichst, wo immer Du gerade bist,
Unterschrift Johanna (c) Johanna Ringe 2014 ff. www.dein-buntes-leben.de

Merken

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.