Leben in wachsenden Ringen

Mein Logo (siehe z.B. oben links) besteht ja aus offenen, bunten Ringen in den Regenbogenfarben. Ein sehr netter spanischer Designer hat es entworfen, Antonio Bolaños, mit den Vorgaben „Ich mag Regenbogenfarben!“ und „Mein Name, mein Job…Mach mal irgendwas….“. Als dieser Vorschlag dann kam, war ich sofort angetan, auch wenn noch einige andere im Rennen waren. (Es war eine Ausschreibung bei einem Designportal, sehr praktische Sache.)

Warum habe ich mir gerade dieses Logo ausgesucht?

Die Farben, weil ich den Regenbogen liebe: alle Spektralfarben beisammen, klar und lichtdurchflutet! Die bekannte Symbolik von Frieden über Inklusion aller Gender und Orientierungen bis zur Hoffnung – das darf immer mitschwingen, genau wie das Staunen über die Schönheit dieses Naturschauspiels. Mehr zum Regenbogen in diesem Blogbeitrag. Auffallend ist auch, dass selbst wenn er nur kurz erscheint, keiner an einem Regenbogen herummeckert.

Jeder Regenbogen ist perfekt.

Die Form der Logos hat mich nicht nur meines Nachnamens wegen überzeugt. Der Kreis, die Kugel, der Ring – geradezu perfekte Formen. Auch Regenbögen sind mehr oder weniger große Ausschnitte aus einem „Regenkreis“. Wobei die Kugel oder der geschlossene Ring eher statisch wirken. Spiralen und Kreise, die Muster der Kerne in Sonnenblumen genauso wie die sich ausbreitenden Wellen auf dem ruhigen See in den es regnet, oder die jungen Farnblätterspiralen:

Die lebendigen Rundungen natürlicher Formen tragen große Schönheit in sich.

Für meine Arbeit mit Menschen war mir im Logo die Offenheit wichtig. Und die Unruhe der Vielbegabten, die sich oft in einem spiralförmigen Weg auf ihr letztendliches (berufliches) Ziel zu bewegen, sollte sich auch wiederfinden: offene Ringe, etwas, das Wachstum möglich macht, und das Ausbrechen aus dem Bekannten erlaubt oder gar unterstützt…

Wie die sich entfaltenden Farnspiralen, die sich ausbreitenden Wellen.

Diese Dynamik hat Antonio mit diesem Design schön eingefangen. Vor einiger Zeit ist mir noch etwas dazu aufgefallen: mein Lieblingsgedicht seit 30 Jahren enthält schon alles, was mir im Leben und in meiner Arbeit wichtig ist. Nun gut, fast alles, bis auf den Regenbogen.

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen von Rainer Maria Rilke

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.

Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,
und ich kreise jahrtausendelang;
und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm
oder ein großer Gesang.

Rilke mit seinen Bildern spricht eine ähnliche Sprache wie meine Seele in Momenten der Freiheit, der Grenzenlosigkeit, des Schmerzes oder der Angst. Ob verliebt oder verzweifelt, Du kennst sicher selbst diese Momente der Wahrheit, oder?
Jedenfalls steckt in diesem „und ich weiß noch nicht“ von Rilke noch viel mehr als nur die Sehnsucht der Renaissanceseele nach immerwährendem Lernen und Staunen.

Diese wachsenden Ringe sind offen, sind unterschiedlich, sind mal rauh, mal ruhig.

 Bei jedem Lernthema, das Dir öfter begegnet – vor allem dieses eine, lästige, genau das, ja – da hast Du sicher auch manchmal das Gefühl, im Kreis zu gehen, immer wieder gegen dieselben Probleme anzukämpfen? Lass mich Dir versichern: es ist kein Kreis, es ist eine Spirale! Jedes Mal fällt das alte Muster Dir ein bisschen früher auf, jedes Mal gelingt es Dir einen Moment lang, anders zu handeln,

jedes Mal bist Du eine Stufe weiter, und betrittst die nächste Spiralwindung, den nächsten wachsenden Ring.

Und es gibt bei dieser Wendeltreppe auch Absätze, Ruhezonen, Momente der Entspannung. Wollen wir den nächsten Treppenabsatz nutzen, um unser Leben in all seiner Schönheit zu feiern? Dabei können wir auch mal in Ruhe über dieses Thema sprechen – das lästige, genau das – und Pläne schmieden für das nächste Mal. Bei manchen Stufen ist es hilfreich, wenn Du einen Plan hast, quasi eine Abkürzung.

Auf jeden Fall trägt das Leben Dich immer weiter – auch wenn es sich manchmal nicht so anfühlt.

Herzlichst, wo immer Du gerade bist,

Johanna Ringe dein-buntes-leben.de

 

P.S.: Wenn es Dir nicht zu langsam sondern eher viel zu schnell geht, lies hier weiter: Igitt, Veränderung!.

P.P.S.:  Bei besonders lästigen Stufen ist es gut, wenn mal einer Räuberleiter macht, z.B. Dein Coach. ;-)

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