Achtsamkeit

4 Grundlagen gelingender Kommunikation (oder doch nur eine?)

Grundlagen gelingender Kommunikation (c)Johanna Ringe 2015 www.dein-buntes-leben.de

Im Duden steht als Bedeutung des Wortes „Kommunikation“: Verständigung untereinander; zwischenmenschlicher Verkehr besonders mithilfe von Sprache, Zeichen. In der Sprachwissenschaft wird zwischen nicht gelingender und gelingender Kommunikation unterschieden, also einer Kommunikation bei der der Empfänger wirklich versteht, was der Sender ihm mitteilen will. Außerdem wird immer wieder gern der prägnante Satz von Paul Watzlawik zitiert:

„Man kann nicht nicht kommunizieren.“

Aber wenn man sich so umschaut, dann kann man offenbar sehr wohl schlecht kommunizieren. Immer wieder kommt es zu Missverständnissen, zu jahrzehntelang aufgewärmten Lieblingsauseinandersetzungen, zu Respektlosigkeit und mangelnder Bereitschaft zuzuhören. Was unter anderem in den schon sprichwörtlichen Familiendramen während der Feiertage gipfelt.

Je mehr Geschichte die Beteiligten miteinander verbindet, umso schlechter läuft oft die Kommunikation.

Dabei liegen einem gelingenden Dialog vor allem vier Dinge zugrunde:

  1. Zuhören, auch sich selbst
  2. Respekt, also Verzicht auf Kritik, Abwehr, Schuldzuweisung oder auch Abwertung
  3. ein gewisser gedanklicher Abstand zum Geschehen und auch zur eigenen Meinung
  4. authentisches sich Artikulieren

Im Grunde genommen kann ich diese Aufteilung der Sprachwissenschaftler und Kommunikationstheoretiker getrost zusammenfassen zu einer einzigen Praxis: Achtsamkeit. Gehe ich im Dialog achtsam mit meinen eigenen Gedanken um, mit meinem Gegenüber, mit meinen und seinen Gefühlen und mit meiner Wortwahl, dann erhöhe ich die Chancen auf eine gelingende Kommunikation erheblich.

  • Je offener wir jedem neuen Moment begegnen, umso freier sind wir von alten Geschichten und alten misslungenen Versuchen.
  • Je bewusster wir unsere eigenen Gedanken betrachten, unsere Emotionen wahrnehmen, umso respektvoller können wir auch dem Anderen begegnen.
  • Je besser wir uns selbst kennen, umso klarer und authentischer können wir uns ausdrücken.
Eine auf den gegenwärtigen Moment gerichtete Aufmerksamkeit verbessert die Kommunikation.
  • Wenn ich bei meinen Gefühlen im Jetzt bin, dann reagiere ich nicht auf Angriffe von vor 20 Jahren (die vielleicht nur ein Missverständnis waren).
  • Wenn ich respektvoll zuhöre, dann gebe ich dem Anderen Raum, sich authentisch zu zeigen – wer nicht angegriffen wird, muss sich nicht verteidigen. Neues kann entstehen.
  • Wenn ich offen bin für neue Gedanken, auch in meinem eigenen Kopf, dann befreie ich unseren Dialog aus dem Korsett der Gewohnheiten: dann können wir wirklich kommunizieren.

Niemand ist perfekt, oder kann es sein, aber sich in achtsamer Kommunikation zu üben kann gerade in anstrengenden Zeiten hilfreich sein. Statt immer wieder in den ausgefahrenen Gleisen der familiären Zwistigkeiten zu landen, ist dies eine Möglichkeit, die Weichen neu zu stellen! Denn es gilt für die Begegnung mit einem fremden Menschen genau wie für die Familienfeier:

Umso weniger vorgefasste Urteile den Austausch belasten, desto besser gelingt Kommunikation.

Ich wünsche uns allen einen besonders achtsamen Dezember, ohne olle Kamellen, ohne vorgefasste Schuldzuweisungen, mit ganz viel Respekt und Offenheit. Füreinander, und für uns selbst.

Herzlichst, wo immer Du gerade bist,

Johanna Ringe dein-buntes-leben.de

P.S. Für Dich, wenn Du spontan die Weichen neu stellen willst:

Ende Dezember 2015/16/17 biete ich einen Workshop zum Jahresausblick an, noch 4 Plätze sind frei! 

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2 Kommentare zu “4 Grundlagen gelingender Kommunikation (oder doch nur eine?)

  1. Friederike

    Wie Recht Du hast, Johanna! Es ist schrecklich, aber das beste Anschauungsmaterial hat man in Familien, besonders, wenn sie dicht zusammenleben! Und – na klar! – das potenziert sich an langen Wochenenden, Ostern, Pfingsten, Weihnachten… Scheidungsanwälte können ein Lied davon singen.
    Ich wünsche Dir und Deinen Lesern extra viele aufmerksame – und achtsame! – Leser besonders in diesem Advents- und Weihnachtsmonat, der den geduldigen und liebevollen Umgang miteinander so auf die Probe stellt!Dir, liebe Johanna, und uns allen eine liebevolle Advents- und Weihnachtszeit!
    Und für das Neue Jahr noch viele so erfrischend klare Texte – die Anstöße geben zu Veränderung!

    • Danke, Friederike,
      witzigerweise hatte ich beim Schreiben des Beitrags durchaus auch die Flüchtlingssituation im Kopf… aber bisher hat jeder der den Beitrag las, sich persönlich gemeint gefühlt. Hab ich wohl einen wichtigen Bereich angesprochen… ;-)
      Alles Liebe und immer gute Kommunikation
      Johanna

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